Mittwoch, 25. Februar 2015

Wie fett bin ich wirklich?

Schon mehrfach habe ich mich sehr gewundert, wenn ich von anderen Übergewichtigen hört, dass sie als "Fette Sau" und ähnliches geschimpft wurden. Bis auf ein Phase in meiner Mobbingkarriere, die in meine frühen gymnasialen Erfahrungen hineinreicht, habe ich selbst so etwas nie erlebt. Auch nicht mit 112kg! Ich habe täglich damit gerechnet, da bin ich ehrlich, aber es kam nie. Nur die Blicke von manchen Menschen werde ich wohl nie deuten können. Manchmal war es eine gewisse Abscheu, manchmal Bewunderung, bei Männern manchmal Begierde... bei letzterem erinnere ich mich immer "gerne" an einen Besuch in Hamburg, bei dem ich sommerlich gekleidet mit meinem Mann abends über die Reeperbahn flanierte...

Vor wenigen Tagen gab es dann eine rege Diskussion auf Twitter, an der ich maßgeblich beteiligt war. Welche Maße sind eigentlich normal bei der und der Größe? Ich nehme gerade wieder zu, ist das vielleicht einfach Muskelmasse? Mich ließ die Frage nicht mehr los, ob ich vielleicht von den Maßen her total in Ordnung bin! Also begann ich zu googeln und landete auf schlank.net und dem Körperanalyse-Selbsttest. Eigentlich wollte ich lieber... ja was eigentlich? Ich wusste es nicht so genau, eine Tabelle mit Norm-Maßen (also Brust, Taille, Hüfte) wäre super gewesen. Dass ich keine Modelmaße habe, ist mir bewusst, aber vielleicht ist ja abseits der Waage alles in Butter! Ich weiß einfach  nicht, was normal ist und das geht, wie man überall in unserer Gesellschaft sieht, vermutlich jedem so. 

Hier hat man also ein Formular, in die man allerhand Daten zu seinem Körper eingeben muss. Ich mache aus meinem Gewicht eh kein Geheimnis, also zeige ich euch das ganze einfach mal!


Ich will jetzt sogar mehr als 4 Stunden Sport die Woche machen, es werden mindestens 5, aber ich bin halt von den bisherigen Verhältnissen ausgegangen, denn das, was kommen wird, hat ja jetzt keinen Einfluss auf meinen Körper. 

Mit diesen ganzen Werten kann man jetzt eine Menge Sachen anstellen. Das bekannteste ist wohl der BMI, der Body-Mass-Index. Hierfür rechnet man sein Gewicht in Kilo durch die Größe in Meter mit sich selbst multipliziert. Bei mir wäre das also 85/(1,72 x 1,72). Für eine Frau sollte das Ergebnis im Normalfall zwischen 19 und 24 liegen. Der BMI berechnet allerdings nicht, dass man ja Fett und/oder Muskeln hat, sondern geht hier rein nach dem Gewicht. Daher sollte man sich, gerade als Sportler, nicht so sehr darauf stützen. Der Körpertyp bestimmt oft den tatsächlichen Gewichtstrend. Ich bin von Natur aus eher breiter gebaut an den Rippen habe ich zum Beispiel NULL Speck, da stößt man sofort auf Knochen, und auch meine Hüfte ist ziemlich breit ^^) und der pyknische Typ wird auf dieser Seite als tendenziell leicht übergewichtig bezeichnet. Damit kann man leben. Wer eh breit ist, hat eben mehr Masse, nech?!

Ein weiterer Indikator für einen "guten" Körper ist das Taille-Hüfte-Verhältnis. Hier teilt man den Taillennumfang durch den der Hüfte. Als Ideal wird ein Ergebnis von 0,7 angesehen. Das  ist nicht nur ästhetisch (denn dann liegt die klassische Sanduhr-Figur vor), sondern auch als gesund. Hier wird jedoch nicht einkalkuliert, ob man vielleicht einfach Blähungen hat oder so ;)

Besonders interessant finde ich das Taille-Körpergröße-Verhältnis. Hier geht man einfach davon aus, dass größere Menschen auch gerne mal eine breitere Taille haben dürfen. Hier wird natürlich Taillenumfang/Körpergröße in Metern gerechnet. Ist man unter 40 Jahre alt, sollte das Ergebnis etwa 0,5 betragen. Ältere Menschen dürfen etwas mehr haben. 

Was wohl bei mir rausgekommen ist?


Okay. Dass ich weiterhin "übergewichtig" bin war mir absolut bewusst. Allerdings habe ich es bereits geschafft, mich von 37,9 an runterzukämpfen. Wenn das mal nichts ist! Ansonsten bin ich jetzt im "leichten Übergewicht", wo hier auf der Seite gesagt wird, dass man nicht zwingend abnehmen müsse. Natürlich unter dem Gesichtspunkt "Was ist Muskel, was ist Fett? Das wissen wir jetzt halt nicht!"

Der Taillenumfang liegt bei mir 1cm unterhalb der Risikogrenze, die folglich bei 80cm Umfang liegt. Wie bereits erwähnt sind Blähungen und andere temporäre Schwellungen nicht eingerechnet. Ich muss aber zur Verteidigung des Tests sagen, dass ich schon ne ziemliche Plautze habe, aber die beginnt unterhalb meiner Lehrbuch-Taille...

Das Taille-Hüfte-Verhältnis ist mit genau 0,7 perfekt :D Naja, genau genommen komme ich da auf 0,72. Aber ich denke das 0,02 darf man durchaus vernachlässigen ;)

Dem KVI gebe ich eigentlich nicht viel. Ich hab nicht verstanden, worum es dabei ging xD Abgesehen davon befindet sich mein Fett überall da, wo ich für den Test nicht messen musste. Ich hab weiterhin viel Oberweite (je nach BH komme ich da aktuell auf etwa 103cm), dann halt meine Wampe und die breiten Oberschenkel, die aber inzwischen auch mehr Muskeln als Fett sind.  Dass da "Normal" steht, find ich jedoch super :)

Auch mein Taille-Größe-Verhältnis liegt im Normalbereich, laut Tabelle bei 0,5, wenn ich den Taschenrechner anschmeiße, sagt der sogar nur 0,45hastenichgesehn. Also ist meine Taille für meine Größe schon fast zu schmal xD Oder wie muss ich das grad verstehen?

Naja, die Kalorien lass ich jetzt aussen vor, da kann man sich jetzt drüber streiten. Laut der Tabelle müsste ich täglich knapp 2600kcal zu mir nehmen, aber das sehe ich als zu viel an. Meine Basis liegt jetzt auf 1673kcal, über Bewegung verdiene ich mir halt noch was dazu. Mal schauen, wie das so läuft. 

Was will ich damit sagen? Dass mein Weg hiermit beendet ist? 
Nein, ganz sicher nicht. Aber vielleicht gehe ich jetzt etwas entspannter dran. Ich habe jetzt ein paar Zahlen vorliegen, die mir sagen "Hey guck mal, so schlimm ist es gar nicht, kein Grund zur Panik!" Zumindest das Bäuchlein muss definitiv noch irgendwie weg!
Ich möchte demnächst mal zu einem Sportmediziner oder so, der meinen Körper analysiert und mir sagt, wie viel Fett- und Muskelanteil ich denn jetzt eigentlich habe. Schon alleine, weil es bestimmte Sachen an meinem Körper immer schon gab. Ich hatte immer, seit ich weibliche Formen entwickelt habe, eine schmale Taille, und schon als Baby hatte ich fürchterlich dicke Beine. Schon damals konnte ich keine Stiefel anziehen. Ein Hoch auf die Wide Fit Stiefel, die es heute überall gibt! Vieles davon ist definitiv Muskelmasse. Seit Blogilates weiß ich, dass man sich eine schmale Taille antrainieren kann und und in der Tat stößt man beim n den Speck pieksen recht schnell auf Widerstand bei mir. 

Meine Botschaft an euch: Bevor ihr euch zu dick findet: Macht meinetwegen auch mal diesen Selbsttest, oder geht direkt zu einem Arzt, der davon Ahnung hat und lasst euch sagen, ob es wirklich Abnehmbedarf gibt. Das Schönheitsideal entfernt sich immer weiter davon, was wirklich gesund ist, der Gesellschaft werden Maße nahegelegt, die so mancher gar nicht schaffen KANN! Vielleicht ist euer Körper schon genau richtig so, wie er ist, mit dem, was er zu bieten hat ;) Und wenn nicht, kann man immer noch etwas dagegen tun!

Kommentare:

  1. Ich finde deinen Post klasse und superwichtig! Das größte Problem beim Übergewicht und auch beim Abnehmen ist das Selbstbild. Insbesondere, da man sich ja jeden Tag im Spiegel sieht, kriegt man selbst Veränderungen etc. gar nicht so richtig mit, aber abgesehen davon finde ich es auch schwer, sich selbst irgendwo einzuordnen. Ich habe mich mal ne halbe Stunde lang mit meinem besten Freund darüber gestritten, dass ich meinte, ich sei viel dicker als eine Kommilitonin und er meinte, ich sei viel dünner als sie. Total bekloppt, wie sehr all das doch Kopfsache ist :D Da sind all diese Werte teils ja ein wenig beruhigend (zumindest, weil man teils eben nicht mehr unbedingt meint, "Ich bin soooo fett!") und ich finde es gut, dass da nicht nur der BMI, sondern auch andere Werte berücksichtigt werden. Aber jeder Mensch ist eben anders und die ganzen Werte können ja auch einfach gar nicht ein definitives Urteil sprechen, sondern nur eine Richtung aufzeigen.
    Das mit dem Sportmediziner klingt interessant. Auch ich habe z.B. Bereiche, die wirklich dick sind (meine Oberschenkel sind ziemlich überdimensioniert, zwar habe ich in den Beinen auch die meisten Muskeln, aber dennoch sind die eben riesig), während ich an der Taille noch nie so richtig zugenommen habe. Meine Arme wiederum haben einiges an Fett und keine Muskeln. Im Moment mache ich regelmäßiges Zirkeltraining, um meine Arme wenigstens ein wenig stärker hinzubekommen :) Ich möchte zwar noch abnehmen, aber primär versuche ich grad, mich zu stärken und Muskeln aufzubauen - damit müsste in Verbindung mit gesunder Ernährung ja eigentlich auch eine gute Abnahme einher gehen.
    Liebe Grüße, Isa :)

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    1. Klar ist das alles nicht ultimativ. Aber es ist halt schön zu wissen, dass es so schlimm wie befürchtet gar nicht ist.

      Das mit den Oberschenkeln hab ich ja auch und leide fürchterlich darunter...

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  2. Sehr spannende Sache =)
    Das ist eben so eine Sache mit dem Selbstbild und der Wirklichkeit. Naja.
    In "meinem Studio" [Bwahaha, wer hätte gedacht, dass ich das mal schreibe?!] wurde ich auch komplett vermessen und es wurde genau gesagt, wo was wieviel zu viel ist und dass ich ausreichend trinke - wenigstens etwas ;)

    Danke, dass du so etwas ansprichst :)

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  3. sehr guter Post. Ich persönlich finde es ist eh das wichtigste dass man sich in seinem Körper wohl fühlt.
    Ich hatte zwar noch nie übergewicht aber kenne das auch dass man sich dafür rechtfertigen muss bzw. dumm angemacht wird weil man dünn ist. Im Grunde ist es doch so egal, wir sind doch alle Menschen und können nun mal nicht all gleich aussehen <3

    PS: Auf meinem blog kannst du übrigens gerade ein Paar Schuhe deiner Wahl von Office gewinnen ;)

    LG Daisy
    The Mandarine Girl

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  4. Uäh ... meine Taille, die ich immer toll fand, musste ich jetzt 5cm unterhalb der schmalsten Stelle messen und sollte offenbar schleunigst Bauchmuskeln aufbauen und Bauchfett abbauen :O
    Grundsätzlich liegen meine Werte ähnlich wie deine, außer dass ich aktuell gar keinen Sport mache (außer die 50 Minuten täglich gehen beim Weg zur und von der Arbeit ... aber sowas zähl ich halt nicht).

    Vielleicht ess ich doch nichts mehr zu Abend ...

    Was ich aber total spannend finden würde: Wie sehen andere mich eigentlich? Mir geht es oft so, dass ich Frauen auf der Straße sehe und unwillkürlich daran denke, ob meine Figur so ähnlich ist ... Mich selbst sehe ich ja nun ständig im Spiegel, da kann ich das schlecht einschätzen, aber ich würde einfach gern wissen, ob ich als massig, "normal", dickbeinig etc. wahrgenommen werde.
    Ich glaube, so eine Fremdwahrnehmung würde mir - und vielleicht auch vielen anderen Leuten - helfen, sich realistischer einzuschätzen.
    Auch wenn die Zahlen natürlich nicht lügen ;)

    Liebe Grüße!

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  5. Ich frag immer meinen Mann, ob ich auch so aussehe xD

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  6. Ich bin verwirrt. Bei solchen Tests mache ich ja immer gleich mit. Aber das ist das erste Mal, dass ich lese, dass die Taile auf der Höhe vom Bauchnaben gemessen werden soll :-/ nimmt man da nicht sonst eher so ca unterhalb vom Brustkorb? Denn tatsächlich hab ich von dem Punkt zu dem um den Bauchnabel einen Unterschied von 10 cm. Ich werde da einfach in die Breite mehr, denn Bauchspeck ist da nicht so sehr viel. Plöd. Und hauptsache der Sportmediziner hat auch ne gute Waage und nicht diese Teile für zuhause^^ die rechnen ja auch nur die Muskelmasse aus den Beinen hoch. Mein Fazit: ich mache die Tests gerne, gebe aber meist wenig auf die Ergebnisse. Wie du schon sagst, hier geht ja in keinstem die Muskelmasse ein. Aber immer weiter auf deinem Weg fit zu werden, das schadet ja nie :) (meine Güte ich sollte endlich auch mal Sport machen)

    LG ;)

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    1. Ich mess einfach immer da, wo ich iunter den Rippen am schmalsten bin, so kenn ich das. sonst hätte ich da auch sehr viel mehr :D

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