Vor einer Weile bin ich mal wieder in die Diät-Falle getappt. Unlust, Frust, weil es nicht weitergeht und wegen der Entbehrungen... und in Folge dessen Zunahme. Wir erinnern uns, dass ich kurz nach meiner OP Anfang des Monats auf 83 Kilo runter war, dann bald wieder bei 86kg, was ich lange halten konnte. In den letzten Wochen jedoch ist mein Gewicht immer weiter hinaufgeklettert, bis die Waage schließlich 92kg anzeigte. So ganz traue ich ihr da aber nicht, denn ein paar Tage später war ich bei 87,5 und einen Tag später wieder bei 91.... Nun ja.
Wusstet ihr, dass Menschen, die immer wieder diäten, 2-3mal so stark gefährdet sind, übergewichtig zu werden wie Menschen, die noch nie in ihrem Leben eine Diät gemacht haben? Das wurde anhand einer Studie mit Zwillingen belegt.
Ich folge ja auf Instagram diversen Sport- und Abnehm-Accounts und dabei bin ich dann immer wieder über ein Buch und die dazu gehörige Strategie gestolpert: Intuitiv abnehmen!
Ich konnte mir erst nicht viel darunter vorstellen, ging aber dann vor 2 Wochen in Aachen in die
Mayersche und ließ mir das Buch bestellen. Letzte Woche hab ich es dann abholen können und lese seitdem.
"Intuitiv abnehmen" ist der erste Ernährungsratgeber, den ich jemals zur Hand genommen habe. Vielleicht ist das ganz gut so, denn das Konzept ist wirklich faszinierend und noch nie habe ich mich in einem Buch so oft ertappt und auch bestätigt gefühlt.
Ich möchte direkt dazu sagen, dass ich das Buch noch nicht zu Ende gelesen habe, aber ich hab einfach drauf gebrannt, euch das ganze mal vorzustellen. Ich denke mal, die Grundidee habe ich nach etwas über 200 Seiten schon mal verstanden ^^
Ich habe schon vor Jahren immer gesagt, dass meine Mutter eine große Schuld an meiner Figur hat. Klar ist es leicht, anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben. Doch ich wurde immer dazu gezwungen, meinen Teller leer zu essen. Meine Mutter hat es bis zuletzt abgestritten, vermutlich wollte sie es nicht wahrhaben. Aber es muss ja seine Gründe haben, dass ich mit 6 Jahren nur 14 Kilo wog, danach meine Mutter mir Sanostol verabreichte und auch sonst zusah, dass ich "gut aß". Ab da nahm ich eigentlich stetig zu. Erst in einem gesunden Maße, später, mit Beginn der Pubertät rutschte ich immer weiter ins Übergewicht.
In "Intuitiv abnehmen" werden kleine Kinder als die natürlichen intuitiven Esser beschrieben. Sie essen, wann immer sie Hunger haben und machen deutlich, wann sie genug haben. So nehmen sie das zu sich, was sie fürs Wachsen brauchen. Frei von Ideal-Gewichts-Vorstellungen oder Diätplänen. D a kann es auch schon mal sein, dass das Kind an einem Tag jede Menge Zeugs futtert, am nächsten Tag aber isst wie ein Spatz. Wenn man das Kind einfach machen lässt, gleicht sich aber alles wieder aus!
Und genau dieser Ansatz ist das, wo hin mal zurückkehren möchte (daher wohl auch der Untertitel "Zurück zum natürlichen Essverhalten"). Die Botschaft: "Iss, wenn du Hunger hast, und zwar das, worauf auch immer du gerade Hunger hast!"
Sabrina meinte heute unter einem meiner Essensbilder bei Instagramm, wenn sie immer das essen würde, was sie weil, würde sie bald einen Kran brauchen. Das dachte ich zu Anfang des Buches auch. Aber die Sache geht viel tiefer. Laut den Autorinnen ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass man sich nicht schuldig fühlen muss, wenn man Dinge essen möchte, die in Diäten verboten sind. Ob das nun eine ganz normale Scheibe Brot ist, die fettige Bratwurst oder ein Stück Kuchen. Das "Geheimnis" ist es, auf seinen Körper zu hören: "Wie viel Hunger habe ich? Was möchte ich jetzt am liebsten essen?" und nicht auf andere mit Fragen wie "Darf ich das jetzt? Ist das nicht zu fettig/kohlehydratlastig/kalorienreich?" oder "Wenn ich das jetzt esse, darf ich heute aber GAR nichts mehr!/.... muss ich morgen eine Stunde länger zum Sport!"
Wenn man mit Genuss ist, und man sich klar macht, dass man das gleiche jeder Zeit wieder essen könnte, soll man auf Dauer weniger essen. Der Reiz des "Leckeren" ist irgendwann verschwunden, da es ja nichts mehr besonderes ist.
Sein wir mal ehrlich: Wer von uns hat schon mal Diät gemacht, wollte sich ein Stück Schokolade nach dem Sport gönnen und Ruck-Zuck war die ganze Tafel weg? Oder dieser leckere Käse! Nur eine kleine Ecke.... Oh, alles weg! Der Körper und das Hirn gehen in solchen Situationen in eine "Jetzt ist eh egal" Einstellung oder gar "Letztes Abendmahl", wie es im Buch genannt wird: "Jetzt noch mal schlemmen und dann geht es morgen wieder los!
Gerade das, was wir immer entbehren, wird so reizvoll und in Erreichbarkeit übermächtig, dass wir uns regelrecht daran überfressen. Es ist ja was besonderes und das MUSS doch ausgekostet werden! und wegschmeißen soll man Lebensmittel doch auch nicht! (Dass man Sachen auch eintuppern oder einfrieren kann, darauf kommen viele Menschen heute irgendwie gar nicht mehr...)
Doch jetzt kommt der wichtigste Punkt an dem Ganzen: Wann höre ich wieder auf?
Klar, wenn ich ohne Reue die Schokolade esse, kann sie trotzdem innerhalb von 10 Minuten verschlungen sein. Aber genau das ist natürlich der falsche Ansatz. In "Intuitiv abnehmen" wird einem beigebracht, dass man seinen Hunger begutachten soll und dann mit dem Essen aufhören, wenn man angenehm satt ist oder der Wunsch nach diesem einen speziellen Lebensmittel befriedigt. Das bedeutet auch, langsam zu essen, hin und wieder Pausen zu machen, sich zu fragen, wie gut es einem schmeckt und in sich hinein zu horchen, wie viel man zu diesem Zeitpunkt wohl noch schaffen wird. Weg von der Angewohnheit, den Teller um jeden Preis zu leeren. Sei es aus "Erziehung", oder einfach Automatismus. Viele Menschen, ich auch, essen einfach so lange, bis der Teller/die Tüte Chips/Die Dose Popcorn im Kino etc. leer sind.
Um es auf den Punkt zu bringen: Intuitiv abnehmen ist keine Diät, denn man muss auf nichts verzichten. Es beinhaltet lediglich etwas Disziplin und eine mehr oder weniger lange Eingewöhnungszeit. Denn natürlich kann man alte Gewohnheiten nicht von jetzt auf gleich ablegen. Ich lese das Buch wie gesagt seit knapp einer Woche und versuche nebenher, das gelernte schon anzuwenden. Doch sicher werde ich, wenn ich die letzte Seite beendet habe, nicht der perfekte Intuitive Esser sein. Im Buch werden einem Tipps gegeben, Beispiele gegeben, mit denen einem klar wird, was bislang schief gelaufen ist! Anhand dessen und einer Art Stufenplan wird man mehr und mehr vom alten Essverhalten ablegen und sich weiter bewusst werfen, was und wie viel man wirklich braucht.
Ich werde es jedenfalls mal versuchen und euch sicher hier und da berichten, wie es läuft. Wen das ganze Thema mehr interessiert, dem lege ich die Instagram-Hashtags
#intuitivessen und
#intuitivabnehmen ans Herz. Dazu habe ich meinen eigenen Hashtag
#meinwegzumnormalgewicht ins Leben gerufen, auf dem ich alles poste, was mit meiner Abnahme zu tun hat.